Google ist nicht überall die Suchmaschine
In Deutschland ist Suchmaschinenmarketing im Wesentlichen Google-Marketing. Diese Gleichsetzung sitzt so tief, dass sie beim Schritt in neue Märkte selten hinterfragt wird – und genau dort wird sie zum Problem. In China, Südkorea, Japan, Russland und Tschechien läuft ein erheblicher Teil der Recherche über Anbieter, die im deutschen Marketingalltag praktisch nicht vorkommen.
Für den Export bedeutet das: Eine sauber optimierte Website und ein gut geführtes Google-Ads-Konto sind in vielen Zielmärkten die halbe Miete – in einigen aber schlicht nicht ausreichend, um überhaupt in der Vorauswahl aufzutauchen.
Eigene Algorithmen
Lokale Anbieter bewerten Inhalte nach eigenen Kriterien. Naver bevorzugt Inhalte aus den eigenen Plattformen, Baidu gewichtet lokale Hosting- und Lizenzfragen mit. Was bei Google trägt, trägt dort nicht automatisch.
Eigene Werbesysteme
Jede dieser Suchmaschinen hat ein eigenes Anzeigenkonto, eigene Auktionslogik, eigene Freigabeprozesse und eigene Abrechnung. Kampagnen lassen sich als Gerüst übertragen, nicht als Kopie.
Eigene Ergebnisseiten
Die Trefferliste ist vielerorts nicht eine Liste, sondern eine Abfolge von Blöcken nach Inhaltstyp. Sichtbarkeit entsteht dann nicht über eine Position, sondern über Präsenz in mehreren dieser Blöcke.
Drei Typen von Suchmärkten – und drei Aufwandsniveaus
Typ 1: Google-dominierte Märkte. Westeuropa, Nord- und Südamerika, Indien, weite Teile Südostasiens. Hier genügt ein sauber international aufgesetztes Programm. Der Aufwand liegt in Sprache, Länderausrichtung und lokaler Keyword-Recherche, nicht in neuer Technik.
Typ 2: Märkte mit starkem Zweitanbieter. Japan und Tschechien sind die bekanntesten Fälle. Die Besonderheit: Die organische Optimierung deckt beide Anbieter oft mit ab, weil im Hintergrund dieselbe Suchtechnologie arbeitet – die Werbung muss aber getrennt gebucht werden. Ein SEO-Programm, zwei Werbesysteme.
Typ 3: Märkte mit eigenem Ökosystem. China, Südkorea und Russland. Hier stehen eigenständige Algorithmen, eigene Content-Plattformen und teils regulatorische Anforderungen dahinter. Das ist der Fall, der echte Zusatzarbeit bedeutet – und zugleich der, in dem der Wettbewerb aus Deutschland am dünnsten ist.
Diese Einteilung entscheidet über Budget und Zeitplan Ihrer Internationalisierung. Wir nehmen sie zu Beginn jedes Projekts vor, statt pauschal überall dasselbe auszurollen.
Welche Suchmaschine in welchem Markt zählt
Diese Anbieter prägen die Märkte, in denen Google nicht allein bestimmt. Zu jedem finden Sie bei uns eine ausführliche Seite.
Baidu
Die führende Suchmaschine Chinas und für die meisten B2B-Anbieter der zentrale Einstiegspunkt. Sichtbarkeit hängt dort eng mit Hosting, Domain und Lizenzfragen zusammen – technische Voraussetzungen, die vor jeder inhaltlichen Arbeit geklärt sein müssen.
Zu Baidu →Sogou
Der relevanteste Zweitanbieter in China, eng mit dem WeChat-Ökosystem verzahnt. Interessant vor allem dort, wo Suche und Messenger-Kommunikation zusammenlaufen.
Zu Sogou →Naver
Ein Portal mit eigener Suchlogik, das Inhalte aus den eigenen Plattformen deutlich bevorzugt. Eine Unternehmenswebsite allein bleibt dort häufig unsichtbar – auch bei Suche nach dem eigenen Firmennamen.
Zu Naver →Yahoo! JAPAN
Der klassische Typ-2-Fall: Die organische Suche läuft auf fremder Technologie, die Werbung ist ein eigenes System mit einem spürbar älteren und beruflicheren Publikum – im B2B eher Vorteil als Nachteil.
Zu Yahoo! JAPAN Ads →Yandex
Ein eigenständiges Ökosystem aus Suche, Karten, Werbung und weiteren Diensten. Technisch anspruchsvoll und mit eigenen Anforderungen an Sprache und Struktur.
Zu Yandex →Seznam
Der bemerkenswerteste Fall in Europa: ein lokaler Anbieter, der sich gegen Google behauptet hat. Wer in Tschechien verkauft, sollte ihn nicht übergehen.
Zu Seznam →Relevanz für B2B-Unternehmen
Im B2B ist die Suche selten der Abschluss, aber fast immer der Anfang. Technische Entscheider recherchieren, vergleichen und erstellen eine Vorauswahl, lange bevor jemand mit Ihrem Vertrieb spricht. Wer in dieser Phase in einem Markt nicht auftaucht, wird später nicht angefragt – unabhängig davon, wie gut das Produkt ist.
Der Aufwand lohnt sich gerade deshalb, weil er abschreckt: In Märkten mit eigenem Suchökosystem ist der Wettbewerb aus Deutschland deutlich dünner als bei Google. Wer die Hürde nimmt, steht dort einer überschaubaren Zahl internationaler Anbieter gegenüber statt dem gesamten Feld.
Was eine durchdachte Aufstellung leistet
- Präsenz in der Phase der technischen Vorauswahl
- Budgetverteilung nach Marktrealität statt nach Gewohnheit
- Klarheit darüber, wo Zusatzaufwand nötig ist und wo nicht
- Geringerer Wettbewerbsdruck in eigenständigen Suchökosystemen
- Vergleichbare Messung über alle Märkte hinweg
- Belastbare Grundlage für die Priorisierung Ihrer Zielmärkte
Auch die KI-Suche zerfällt regional
Der Wechsel zu KI-gestützten Antwortsystemen wiederholt die bestehende Aufteilung, statt sie aufzuheben. Die generativen Systeme, die im Westen den Ton angeben, sind in China und Südkorea nicht die maßgeblichen – dort entstehen eigene, die sich aus den jeweiligen lokalen Inhalten speisen.
Für Sie heißt das: Der Aufbau lokaler, fachlich belastbarer Inhalte zahlt doppelt. Er wirkt in der klassischen Ergebnisliste und bildet zugleich die Grundlage dafür, in den generativen Antworten des jeweiligen Marktes überhaupt vorzukommen.
Unser Vorgehen
Wir gehen in vier Schritten vor – mit klaren Zwischenzielen, damit Sie den Fortschritt jederzeit beurteilen können.
Marktanalyse
Wir bestimmen für jeden Zielmarkt, welcher Suchmaschinentyp vorliegt und was daraus folgt.
- Suchlandschaft je Zielmarkt
- Einordnung in die drei Markttypen
- Aufwands- und Budgetschätzung
- Priorisierung der Märkte
Grundlagen
Wir klären die technischen und rechtlichen Voraussetzungen, bevor Inhalte entstehen.
- Domain- und Hosting-Struktur
- Lokale Anforderungen und Lizenzen
- Einrichtung der Werbekonten
- Einheitliches Tracking
Umsetzung
Wir bauen Sichtbarkeit je Markt auf – organisch, bezahlt und auf den lokal maßgeblichen Plattformen.
- Lokale Keyword-Recherche
- Inhalte durch Muttersprachler
- Kampagnen je Anbieter
- Plattformspezifische Maßnahmen
Steuerung
Wir werten alle Märkte in einem Berichtswesen aus und verlagern Budget dorthin, wo Anfragen entstehen.
- Vergleichbare Kennzahlen je Markt
- Bewertung der Lead-Qualität
- Nachsteuerung der Verteilung
- Reporting im eviom-Dashboard
Was Kunden über uns sagen
„item has been working very successfully with eviom for years. Our focus is on international brand awareness and lead generation. We are currently using Google Ads in some countries in Asia. We have also just start to boost our traffics in China via Baidu and WeChat.“
Jingjing Yang, Online Marketing Managerin, item
Whitepaper: Internationale Leadgenerierung
Wie kommen aus Sichtbarkeit in einem fremden Markt tatsächlich qualifizierte Anfragen? Unser Whitepaper zeigt, wie Sie internationale Kanäle mit Ihrem Lead-Management verbinden – von der ersten Recherche des Interessenten bis zur Übergabe an den Vertrieb.
Internationale Suchmaschinen im B2B
In welchen Märkten reicht Google allein nicht aus?
Können wir unsere bestehende SEO-Arbeit übertragen?
Und unsere Google-Ads-Kampagnen?
Wie priorisieren wir bei begrenztem Budget?
Brauchen wir für jeden Markt eine eigene Website?
Wie lange dauert es, bis Ergebnisse sichtbar werden?
Ändert die KI-Suche etwas an dieser Aufteilung?
Ihr Ansprechpartner bei eviom
Sie möchten wissen, welche Suchmaschinen für Ihre Zielmärkte tatsächlich zählen und wie sich der Aufwand verteilt? Sprechen Sie uns an – wir schauen uns Ihre Ausgangslage gemeinsam an.
